Ein weiterer zentraler Produktionszweig unseres Betriebes ist die Haltung von Milchkühen und die Jungviehaufzucht. Permanent im Bestand sind es ca. 280 Milchkühe, ca. 250 Jung- und Aufzuchtrinder und bis zu 75 Kälber.

Einen Großteil der notwendigen Futtermittel für unsere Rinder stammt aus dem eigenen Anbau. So ist kontinuierlich gewährleistet, dass Futtermittel mit bestmöglicher Qualität zur Verfügung stehen und damit ein hoher Beitrag zur Tiergesundheit geleistet wird. Beste Voraussetzung also, um eine hohe Milchleistung beziehungsweise sehr gute Milchqualität zu erlangen.

Die durchschnittliche Laktationsleistung betrug im Jahr  10.000 kg/Kuh. Die motivierte, sehr gute Arbeit unserer Tierwirtinnen und Tierwirte versetzt uns in die Lage, Jahr für Jahr die Verbesserung von Tiergesundheit, Milchleistung und Milchqualität voranzutreiben.

Eine der bekanntesten und bewährtesten Milchviehrassen wird dabei für die Haltung in unseren Ställen bevorzugt. Das “Holstein-Rind“ ist gemeinhin das Synonym für eine äußerst leistungsstarke Milchviehrasse. In Deutschland ist sie die am häufigsten eingesetzte Rasse in der Milchproduktion. Gleichzeitig verfügt Deutschland mit 1,6 Millionen eingetragenen Zuchttieren über die weltweit größte Zuchtpopulation dieser Rasse. Die Ursprünge der Rasse finden wir in Nordamerika. Hier waren es deutsche Aussiedler, die bereits im 17. Jahrhundert ihre friesischen und holsteinischen Landschläge mit in die neue Heimat nahmen und dort über die Jahre eine Rasse mit sehr hoher Milchleistung, aber geringem Fettgehalt der Milch, züchteten. Übrigens wurde der erste Zuchtverband dort 1871 gegründet.

Das erste Herdbuch zur Rasse ist in Deutschland 1876 bekannt.

Das Holstein Friesian-Rind, wie es auch genannt wird, imponiert durch seine hohe Milchleistung und verdrängt schon deshalb weltweit andere Rinderrassen vom Markt. Das Einkreuzen der Rasse zur Übernahme gewünschter Eigenschaften wird gern praktiziert. Insbesondere Bullen aus den USA werden derzeit weltweit stark eingesetzt.

Eine jährliche Milchleistung von ca. 8.000 kg/Jahr (10.000 bis 16.000 bei Spitzentieren), ein durchschnittlicher Fettgehalt von 4% und 3,4 % Eiweißgehalt sind nachgewiesene Werte bei dieser Rasse.

Und wenn die Milch gemolken ist?

Dann ist es unser vertraglich gebundener Partner, die Vogtlandmilch GmbH in Plauen, die seit vielen Jahren zweimal täglich unsere Qualitätsmilch (Güteklasse S) zur Weiterverarbeitung in die Molkerei nach Plauen bringt. Dort weiterverarbeitet und verpackt wird unsere Milch an diverse regionale Einkaufsmärkte ausgeliefert. Auch das ist ein Beitrag zur Nachhaltigkeit: Unsere Milch wird in der Region verarbeitet und über den regionalen Einzelhandel für die Verbraucher verfügbar.

Und trotz des großen Schwerpunktes auf Milchproduktion, finden sich unseren Ställen nicht nur Holstein-Friesian-Rinder (schwarzbunt). Auch rotbunte Rinder sind mittlerweile in deutlicher Zahl vertreten und sorgen nicht nur optisch, sondern auch genetisch für eine entsprechende Vielfalt in unseren Ställen.

Und dann ist da noch die Kreuzung mit Mast-Rassen

…spezialisierte Milchviehbetriebe, insbesondere mit Holstein-Friesians-Kühen, leiden seit Jahren unter niedrigen Kälberpreisen. Selbst für schwere Kälber über 45 kg werden selten mehr als 100 € erzielt. Deshalb haben wir uns für die Einkreuzung von Mastrindern entschieden. Muskelbetont und genetisch ausgestattet mit fettarmem Fleisch ist so eine Vermarktung auf dem Fleischmarkt für uns einfacher.

Auch vom Angus-Rind hat wohl jeder schon einmal gehört, meist einfarbig schwarz oder rot gefärbt und hornlos. Relativ kurzbeinig und kleinrahmig, jedoch sehr raschwüchsig und frühreif. Die Eigenschaft, besonders leichtkalbig zu sein, hat uns veranlasst, Bullen teilweise für die Besamung unserer Färsen einzusetzen. Seit 2018 werden in unserem Betrieb nur noch reinerbig genetisch hornlose Bullen eingesetzt, sowohl bei schwarz- als auch bei rotbunten Rindern.

Die seit dem Jahr 2012 forcierte Züchtung bei den Holstein-Friesians eröffnet den Haltern dieser Rasse auf den, wenn auch schonend, so doch unangenehmen Eingriff des “Ausbrennens der Hornanlage“ bei den Kälbern (in den ersten Wochen nach der Geburt) zu verzichten. Die beschriebene genetische Vielfalt ist auch ein Beitrag zur nachhaltigen Landwirtschaft, denn dadurch entstehen robustere und gesündere Rinder, die weniger empfindlich sind als reine Hochleistungszüchtungen. So bleibt auch die Tierproduktion in unserem Landwirtschaftsunternehmen immer spannend und entwickelt sich stetig weiter.

Hier investieren Europa, die Bundesrepublik Deutschland und der Freistaat Thüringen in die ländlichen Gebiete