… zum einen wirtschaftlich:
Täglich hören wir im Zusammenhang mit landwirtschaftlichen Themen gerade in den Nachrichten von “Mercosur“. Dahinter verbirgt sich die Bezeichnung “Mercado Común del Sur“, zu Deutsch: “Gemeinsamer Markt des Südens“ oder “Gemeinsamer Südamerikanischer Markt“. Das ist eine südamerikanische Wirtschaftsgemeinschaft, bestehend u.a. aus den Ländern Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay, die 1991 gegründet wurde.
Warum wir als heimische Landwirte uns nicht so richtig damit anfreunden können, dass es nun ein Abkommen zwischen EU und Mercosur-Staaten zur Schaffung einer riesigen Freihandelszone gibt?…
Ganz einfach: Dieses Abkommen zwischen EU und Mercosur-Staaten wird dafür sorgen, dass auf mindestens 90 % der gehandelten und somit auch landwirtschaftlichen Erzeugnisse, Zollbeschränkungen ohne jegliche weitere Reglementierung wegfallen. Man erhofft sich damit die absolute Belebung der Märkte auf beiden Seiten, unter anderem durch sinkende Preise für importierte Waren aus Mercosur-Staaten, wie zum Beispiel Fleisch, Obst, Soja, Kaffee oder Zucker. Soweit, sogut, aber…
…was einerseits die Wirtschaft in der EU und auch in den Mercosur-Staaten beleben soll, birgt andererseits jedoch zwangsläufig auch Nachteile gerade in Bezug auf eben diese Importe aus Mercosur-Staaten in die EU. Die hohen Qualitätsstandards, die deutsche Landwirte bei der Vermarktung ihrer Produkte nachweisen müssen und die sich letztlich auch im Preis dieser Produkte widerspiegeln, müssen längst nicht von allen Mercosur-Staaten angewandt werden (und werden es auch nicht, um entsprechend billig produzieren zu können). Landwirtschaftliche Erzeugnisse können so im Verhältnis billiger importiert werden. Die Folge werden Umsatzeinbußen der deutschen Landwirte sein, denen diesbezüglich die Hände gebunden sind, und das nicht nur in Bezug auf hohe Qualitätsstandards, sondern auch durch gesetzliche Regelungen zum Mindestlohn und anderer Vorschriften. Ihre, dann im Verhältnis viel teurer produzierten, landwirtschaftlichen Erzeugnisse werden weniger oder keine Abnehmer mehr am Markt finden. Es sind einmal mehr wirtschaftliche Aspekte, die eine Vielzahl der Endverbraucher bei einer Auswahlmöglichkeit immer zum billigeren Produkt greifen lassen werden. Insofern ist schon heute eine Belebung landwirtschaftlicher Märkte im Rahmen des Mercosur-Abkommens kritisch zu betrachten. Uns Landwirten bleibt nach der Unterzeichnung des Abkommens nur, die Situation an den Märkten innerhalb der Freihandelszone zu beobachten. Auch die ablehnende Haltung des Deutschen Bauernverbandes konnte eine Unterzeichnung des Vertragswerkes nicht verhindern. Die im letzten Moment gemachten Zugeständnisse an die deutschen Landwirte, zumindest vorübergehend Einfuhrzölle auf Düngemittel zu senken und den CO² Grenzausgleich (CBAM) für Düngemittel auszusetzen oder eine vorgezogene Auszahlung von EU-Geldern für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung zuzugestehen, sind kurzsichtig gedacht und werden die Nachteile wohl nicht aufwiegen.
Bleibt nur zu hoffen, dass die verantwortlichen politischen Entscheidungsträger Entwicklungen und Tendenzen in die Zukunft hinein genau beobachten, analysieren und entsprechend gegensteuern, bevor es für die deutsche Landwirtschaft ganz zu spät ist…
…zum anderen meteorologisch:
Stellt euch vor, der Winter hat uns doch tatsächlich eingeholt. Das, was für die ältere Generation in Kindertagen noch ganz normaler Alltag zu dieser Jahreszeit war, ist rund um das vergangene Wochenende schon fast ein Weltuntergang oder eine Wetterkatastrophe gewesen, wenn man den Ausführungen der “Wetterfrösche“ in Funk und Fernsehen Glauben schenkte. Schon mehrere Tage von den Medien aller Art verkündet, hatte es doch tatsächlich ausgedehnt und reichlich geschneit… Vielerorts ganz schön heftig, was da runterkam und sicher angesichts des Klimawandels nicht mehr ganz so alltäglich. Doch außergewöhnlich oder gar unnormal sind diese Verhältnisse für einen mitteleuropäischen Winter nun auch wieder nicht gewesen. Das Wochenende gab Petrus dann die Gelegenheit, alles zu relativieren. Kalt war es nochmals, bitterkalt, doch herrlicher Wintersonnenschein und strahlend blauer Himmel ließen seit langer Zeit viele Winterspaziergänge beobachten und die Eisflächen auf den Teichen und Seen gut gefüllt sein. So mancher musste bestimmt erstmal ordentlich suchen, um Schlittschuh, Ski, oder Schlitten wieder flott zu machen. Tja und auch die heimische Tierwelt war bei solch tollem Wetter auf unseren Flächen anzutreffen…
Lassen wir es gewähren, das Wetter… und gewinnen wir ihm einfach die schönen Seiten ab. Gegenwärtig stehen die Zeichen erst einmal wieder auf Tauwetter, die schöne weiße Pracht schmilzt, auch das wird vergehen, hoffen wir ohne großes Glatteis… und wenn der Schnee, Schneeregen oder Regen dann durch sind, tja dann können wir vielleicht auch wieder auf Sonne hoffen, machts gut, bis bald….