Lange haben wir sie alle herbeigesehnt, die Osterfeiertage. Und nun scheint es ja sogar so, dass wir doch so einige Stunden mit Sonne und Vorfrühlingswärme rechnen dürfen. Seit unserem letzten Beitrag ist es nicht gerade leichter geworden, unser aller Erdendasein. Unruhen und Kriege auf dem ganzen Globus haben die Wirtschaft nicht nur im eigenen Land auf den Kopf gestellt und tüchtig durcheinander gerüttelt. Unsicherheit, gar Existenzangst und die Gefahr, selbst in diesen politischen Strudel aus kriegerischem Wahnsinn, Größenwahn und sinnloser Zerstörung hineingezogen zu werden… Stimmungen und Gedanken, die wohl in diesen Tagen viele beschäftigen werden.

Bezogen auf unsere „kleine Volkswirtschaft“ im Betrieb ist es im übertragenen Sinne nicht viel anders. Volatile Absatzmärkte, inflationäre Preise auf den für uns relevanten Einkaufsmärkten, ungewisse, widersprüchliche politische Tendenzen gerade jetzt wieder in Bezug auf die Energiemärkte, aber auch für den Bereich der heimischen Landwirtschaft insgesamt, lassen ein Planen in die Zukunft für uns fast zur Unmöglichkeit werden. Ausschließlich das wachsame und übersensible Auge im Heute, Hier und Jetzt ist derzeit einziger Gradmesser und Entscheider für das „Hopp“ oder „Topp“ unseres Fortbestehens. Auf politischer Ebene wird der Würgegriff um den Hals der heimischen Landwirtschaft immer stärker, angekündigter Bürokratieabbau lässt weiter auf sich warten und so manchen Bauer im Büro verzweifeln. Immer mehr und mitunter auch fragwürdige Vorschriften und Verbote lassen eine vernünftige Bewirtschaftung der eigenen und uns anvertrauten Flächen immer schwieriger werden.

Jedoch den Kopf hängen zu lassen, das bringt nichts. Und vielleicht gelingt es ja auch, in irgendeiner Art und Weise aus dieser Weltwirtschaftskrise gestärkt hervorzugehen. Wir jedenfalls geben die Hoffnung nicht auf, warum auch… Gerade in den letzten Monaten und Jahren bis hinein in die Gegenwart haben wir alles gegeben und getan, um unseren Betrieb auf „Vordermann“ zu bringen. Mit einem der modernsten Tierwohlställe Deutschlands für unseren Milchviehbestand und seit Herbst vergangenen Jahres auch mit einem neuen Jungrinderaufzuchtstall haben wir „frischen Wind“ in unsere Sparte der Tierproduktion gebracht. Unsere Felder werden von einer Flotte modernster Landwirtschaftstechnik bearbeitet und in die „Erneuerbaren“ haben wir auch mit unserer PV-Anlage, die nun neben der Biogasanlage für autarke Herstellung von Strom für unseren Betrieb und darüber hinaus sorgt, investiert… also weiter Augen zu und… durch…

Jetzt ist aber erstmal Ostern. Die wunderschöne Natur im Wieratal erwacht gerade. Jeder Sonnenstrahl sorgt dafür, dass es rundherum mehr und mehr grünt und blüht. Also, lasst euch verzaubern, geht hinaus, vielleicht entlang der von uns sorgsam vorbereiteten Felder, wo es ebenso schon keimt, wächst und gedeiht. Sich einzulassen auf diesen Zauber der Natur hilft uns allen, runterzufahren, die Sorgen des Alltags ein wenig auszublenden, vielleicht bei einem ausführlichen Spaziergang dem Osterhasen zu begegnen oder einfach mal wieder bewusst wahrzunehmen, wie wundervoll, wie wertvoll, wie einzigartig und wunderschön unsere Heimat ist. Machts euch gemütlich an den Feiertagen, bleibt gesund und… voller Hoffnung. Hoffentlich bis bald an dieser Stelle… wir würden uns freuen.